125 Jahre: Schokoladenspezialist Chr. Storz feiert besonderes Jubiläum
„Ideen aus Schokolade“ – Vom Klassiker über zeitgemäße bis flippige Produkte für jeden Anlass, dabei stets ein Genuss für Auge und Geschmack Ideen aus Schokolade, das war und ist die Grundlage des Familienunternehmens Chr. Storz GmbH & Co. KG, das 2009 sein 125. Firmenjubiläum begeht. „Konservativ und fortschrittlich zugleich zu sein, im Markt neue Akzente zu setzen und zukunftsorientiert zu handeln, das waren immer die Grundsätze unserer Unternehmenspolitik“, erklärt Geschäftsführer Dr. Markus Schinle. Das Unternehmen mit rund 125 Mitarbeitern bietet vor allem ein exklusives Sortiment an ausgewählten Kreationen kleiner und feiner schokoladiger Figuren, Formen und Ideen. Das hochwertige Storz-Sortiment besteht aus rund 160 Produkten und wird in insgesamt 40 Länder exportiert. Dabei steht Storz heute für Premium in dreifacher Hinsicht: Premium in Genuss, im Design und in das Vertrauen beim Kunden.
Firmengeschichte: vier Generationen einer Tuttlinger Familie
Am 10. Mai 1884 wurde die Firma Chr. Storz in das Handelsregister beim Amtsgericht Tuttlingen eingetragen. Gründer und Inhaber des Unternehmens war Konditormeister Christian Storz. Schon dessen Vorfahren waren über Generationen mit der Herstellung von Lebensmitteln vertraut. Jacob Storz, Müller in der 5. Generation, zog getrieben durch die Wirren des 30jährigen Krieges im Jahr 1633 von Burgberg im Schwarzwald nach Neuhausen ob Eck. Sein Sohn Andreas baute später in Tuttlingen die Stadtmühle auf. Aus Müllern wurden Konditoren: Im 19. Jahrhundert führte Johann Georg Storz eine Konditorei in der Möhringerstraße. Für seinen Sohn Christian erstellte er ab 1872 ein umfangreiches handgeschriebenes Rezeptbuch mit Schätzen aus der damaligen kulinarischen Welt, das noch heute im Original vorliegt. In der Möhringerstraße 11 entstanden dann mit der Firmengründung 1884 aus der Konditorei die Anfänge einer Fabrikation. Zunächst wurden Backwaren wie Lebkuchen, Makronen, Biskuits und Früchtebrote hergestellt. Bereits vor 1900 bezog man Schokoladenmasse und stellte daraus die ersten Schokoladentafeln her, die noch von Hand in bunte Etiketten eingeschlagen wurden. Um die Jahrhundertwende entstand das Motiv des Furcht erregenden Nikolaus, welches zeigt, wie sehr sich die Gestaltung in gut 100 Jahren bis heute doch veränderte. Unvergesslich blieben auch die „Engelmädchen“ aus derselben Zeit, die nostalgische „Krachnuss“-Schokolade mit dem Eichhörnchen oder edel anmutende Tafeln wie Mandelmilchnuss, Bitter-Sahne und Edel-Sahne. Eine Ausstellung im Storz-Firmengebäude zeigt heute viele weitere Produkt-Exponate aus 125 Jahren.
Das Geschäft hatte Erfolg, so dass man um 1900 das Nachbargebäude erwarb und expandierte. 1911 trat Sohn Hugo Storz, älteren Tuttlingern auch als „Ceste“ bekannt, in das väterliche Unternehmen ein. 1914 wurde die Entwicklung durch den 1. Weltkrieg unterbrochen. Erst 1920 konnte wieder Schokolade produziert werden. 1936 wurden ein Neubau errichtet und moderne Fertigungsanlagen aufgestellt. 1938 wurde der Name Storz eingetragenes Warenzeichen. Ab 1939 mussten Hugo, seine Ehefrau Helene und ihre Mitarbeiter erneut kriegsbedingt die Produktion unterbrechen. Mangels Kakao begann man ab 1946 zunächst mit Surrogatprodukten zur Herstellung von Backwaren und Bonbons. Ab 1949 gab es erste spärliche Kakaolieferungen. Unvergessen bleibt auch das Engagement von Storz bei der Schülerspeisung in den ersten Nachkriegsjahren.
1950 trat Dr. Heinrich Schinle in das Unternehmen ein. Zusammen mit seiner Ehefrau Sigrid, Tochter von Hugo und Helene, leitete der Jurist über 40 Jahre das Unternehmen mit stets wachsendem Erfolg. Schon 1957 begann Storz mit der Produktion der ersten massiven Stückartikel, wie den auch heute noch erhältlichen Verkehrszeichen, VW-Bussen und Nougatwürfeln. Damit war der Grundstein für eine neuartige Produktnische gelegt, die noch heute Kernstück des Storz-Angebotes bildet. 1972 erfolgte der erste Schritt der Betriebsverlagerung zum heutigen Produktionsstandort in der Föhrenstraße in Tuttlingen. Sigrid Schinle baute den Export auf, schon in den 70er-Jahren wurden rund 20 Auslandsmärkte bedient. Das erste Exportland war neben den Nachbarländern übrigens Israel.
Seit 1990 zeichnet der heutige Inhaber Dr. Markus Schinle, Urenkel des Gründers, verantwortlich. Damit befindet sich Storz in der vierten Generation innerhalb derselben Familie. Der Lebens-mittelhandel veränderte sich in den 90er Jahren rasant, der Anteil an Selbstbedienungsmärkten nahm auf Kosten des Fachhandels stetig zu. So mussten die Storz-Sortimente diesem Trend angepasst werden. Beliefert werden mittlerweile nicht nur der Fachhandel, sondern auch der Lebensmitteleinzelhandel, C&C-Märkte, Großverbraucher, Drogeriemärkte, Versandhandel, Werbemittelhandel u.a.. Kontinuierlich entwickelte sich Storz zum internationalen Marktführer bei massiven Schokoladen-Stückartikeln. Traditionell stark ist auch das Programm mit hochwertigen Nougatspezialitäten. 1997 folgte der letzte Schritt der Verlagerung von der Möhringerstraße in die Föhrenstraße durch den Bau eines dreigeschossigen Produktionsgebäudes. Heute stehen rund 6000 qm Produktionsfläche zur Verfügung.
Stolz ist man bei Storz angesichts dieser langen Geschichte vor allem auf ganze Generationen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, denen durch ihren großen Einsatz, ihre saisonale Flexibilität und durch eine stets extrem geringe Fluktuation der größte Anteil am langjährigen Erfolg zukommt. Dabei ist Storz traditionell ein typischer Frauenbetrieb mit einem Frauenanteil von rund 90 Prozent. In der Hochsaison, das bedeutet etwa 6 Monate im Jahr, arbeitet die Produktion rund um die Uhr im Dreischichtbetrieb, also auch in Nachtschicht. Banken benötigt Storz seit rund 10 Jahren nur für kurzfristige Dispositionen, auf langfristige Kredite kann verzichtet werden.
Gegenwart und Zukunft: Premium in Genuss, in Design und in Vertrauen
Kontinuierliches Wachstum über die letzten Jahre ist vor allem auf die stets neuen Storz-Motive und Verpackungsvarianten zurückzuführen, mit denen immer neue Trendthemen und Ideen liebevoll umgesetzt werden; Storz bezeichnet dies als „Premium in Design“. Eine spezifische Qualitäts- und Produktsicherheits-Offensive – auch im Zusammenhang mit der ersten TÜV-geprüften Schokolade – hat diese Tendenz verstärkt. Heute verfügt Storz über vier verschiedene Zertifizierungsstandards, so wurde die neue IFS-Version 5 mit einem Spitzenwert erfüllt. Diese Betonung der Lebensmittelsicherheit als wichtiger Wettbewerbsvorteil wird „Premium in Vertrauen“ genannt. Als erfolgreiche Maßnahme erweist sich die ausschließliche Verwendung natürlicher Zutaten bei allen Storz-Produkten; zuletzt wurde Vanillin durch natürliche Bourbon-Vanille ersetzt. Bei den verwendeten Schokoladen handelt es sich bereits seit über 15 Jahren um feine Edelvollmilch-Qualität. Diese kompromisslos hochwertige Qualität, die für alle Rezepturen gilt, bezeichnet Storz als „Premium in Genuss“.
Im Jubiläumsjahr hat Storz sein Firmenlogo aktualisiert: das neue Erscheinungsbild soll die Wertigkeit der Produkte, die Traditionalität, aber auch die Modernität der Marke wiedergeben.
Investiert wurde zuletzt vor allem in neue Produktionsmaschinen und in die Automatisierung sowie in den Umbau des bisherigen Lagers in eine weitere Produktionshalle mit 1000 qm. Lagerung und Kommissionierung wurden 2008 komplett an einen Logistikexperten in Steißlingen abgegeben. Die verschiedenen Vertriebskanäle von Storz entwickelten sich in den letzten Jahren kontinuierlich sehr positiv. Im Export, geleitet von Brigitte Schott, werden Partner in rund 40 Ländern beliefert, darunter z.B. in den USA, in Kanada, Japan, Australien, Singapur, Brasilien, Russland, Israel und in allen bedeutenden europäischen Märkten. Die wesentlichen Saison-Highlights sind Weihnachten und Ostern, aber auch Anlässe wie Valentinstag, Muttertag, Schulanfang, Halloween sowie natürlich das Jahresgeschäft.
In Tuttlingen und der weiteren Umgebung ist „Schoko-Storz“ ein Branchen-Exote. Der Fabrikverkauf in der Föhrenstraße ist dabei weit bekannt und wird stark frequentiert.
Von der aktuellen Wirtschaftskrise bleibt auch die Süßwarenbranche nicht ganz verschont, und so verzeichnet auch Storz erstmals nach rund 20 Wachstumsjahren ein Jahr ohne Zuwachs. Doch die Ertragslage und die Eigenkapitalbasis sind unverändert gut. „Bei den Finanzen sind wir deutlich konservativer als beim stets kreativen und phantasiegetriebenen Erscheinungsbild unserer Produkte“.
Die Geschäftsleitung bildet heute neben Dr. Schinle die Betriebsleiterin Petra Mayer, den Vertrieb leitet Rainer Heinzelmann. „Unsere Führungsmannschaft besteht aus rund einem Dutzend hoch motivierter Spezialisten, die Spaß an Ideen aus Schokolade haben“, so Schinle. Und weiter: „Unser Blick geht in die nächsten Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Produkten vielen Menschen täglich eine kleine Freude bereiten wollen“. Storz will auch künftig „die kreativste Interpretation von Schokolade“ bleiben.
